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„Browser Consent“: EU droht neue Ungleichgewichte zu schaffen – zulasten von Medien, KMU und echter Nutzerfreiheit

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Brüssel / München, April 2026. Die Vereinigung Europäischer Journalisten (VEJ) warnt vor den aktuellen Plänen der Europäischen Union im Rahmen des Digital-Omnibus-Vorschlags zur Einführung eines sogenannten „Browser Consent“, also der Einwilligung für Cookie-Banner. Was als Erleichterung für Nutzer angekündigt wird, könnte in der Praxis erhebliche Nachteile für Medien, kleine und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige bringen.

„Weniger Cookie-Banner sind sinnvoll. Aber der gewählte Weg ist problematisch“, erklärt der Präsident der VEJ Ralf Schneider. „Wenn Einwilligungen künftig über voreingestellte Browser- oder Systemeinstellungen gesteuert werden, entscheiden am Ende nicht mehr die Nutzer allein – sondern auch die Anbieter dieser Systeme.“

Risiko für kleinere Anbieter
Die VEJ sieht die Gefahr, dass viele Nutzer die voreingestellten Optionen nicht aktiv ändern. Das könnte dazu führen, dass datenbasierte Werbung stark eingeschränkt wird. Besonders betroffen werden kleinere Anbieter, Fachmedien und unabhängige Publisher, die auf diese Einnahmen angewiesen sind. Große Plattformen hingegen haben eigene Daten und sind deutlich weniger abhängig.

Ausnahme für Medien wirft Fragen auf
Kritisch bewertet die VEJ auch die geplante Sonderregelung für Mediendienste. Diese soll den Journalismus schützen, ist aber unklar formuliert:

  • Wer gilt künftig als Mediendienst?
  • Wer entscheidet darüber?
  • Und nach welchen Maßstäben?

„Es darf nicht sein, dass einige Anbieter andere Regeln haben als der Rest“, so der VEJ-Präsident. „Das schafft neue Unsicherheiten und ist schwer nachvollziehbar.“

Die VEJ betont, dass echte Nutzerfreiheit nicht durch technische Voreinstellungen ersetzt werden darf. Entscheidungen müssen bewusst getroffen werden können – und nicht stillschweigend vorgegeben sein.

VEJ fordert klare Regeln und Beteiligung der Betroffenen
Die Vereinigung Europäischer Journalisten fordert daher:

  • klare und transparente Kriterien für Ausnahmen,
  • keine voreingestellten Lösungen, die den Wettbewerb verzerren,
  • und eine stärkere Einbindung von Medien, KMU und Selbstständigen in den weiteren Prozess.

Die VEJ wird sich aktiv in die Diskussion einbringen und die Interessen der Betroffenen vertreten. „Europa braucht faire Regeln für alle – und echte Entscheidungsfreiheit für die Nutzer“, betont Ralf Schneider abschließend.